Tiergestützte Intervention

Personal:

  • Cara-Elena, Hauswirtschaftsmeisterin

           Mitglied des Prüfungsausschusses für Hauswirtschafterinnen im ländlichen Raum

           bei der Landwirtschaftskammer S.H.

  • Tini und Kirsten, Hauswirtschafterinnen

 

  • Pädagogische Fachkräfte

 

Aufgrund der zunehmenden Verstädterung ist es für Kinder und Jugendliche immer schwieriger die Natur bewusst wahrzunehmen. Immer wieder werden von Fachkräften im pädagogischen Alltag als Folge davon Störungen des Gleichgewichts, des Raum und Lagegefühls, der Orientierung, Kontaktarmut, zunehmende Aggressivität, Konzentrationsschwäche, Lustlosigkeit und mangelnde Beziehungsfähigkeit festgestellt.

Der Einsatz von Tieren im pädagogischen Alltag ist zu einer Methode geworden, die weltweit immer mehr Anerkennung findet. Mit der Hilfe von Tieren können wir nicht nur Defiziten entgegenwirken. Unser Augenmerk liegt vor allem darauf die vorhandenen Fähigkeiten und Kompetenzen der jungen Menschen weiter zu fördern und zu stärken. Lernen Kinder und Jugendliche Fürsorge und Verantwortung gegenüber Tieren, so kann man davon ausgehen, dass sie diese auch gegenüber Menschen zeigen werden (...)

(...) Im Umgang mit Tieren, ja schon beim Beobachten, benötigen die Kinder und Jugendlichen eine Menge Ruhe und Geduld. Sie müssen sich auf das Tier einlassen, sich bewusst bewegen und sprechen. Sie müssen sich an Regeln halten, was meist unproblematisch ist, da die Kinder und Jugendliche erleben, dass es den Tieren guttut und sie selbst dazu beitragen können. Ein hohes Maß an Konzentration und Ausdauer ist beim Beobachten von Tieren ebenfalls notwendig. Ohne Empathie findet man keinen Zugang zum Tier, so dass auch unruhige Kinder und Jugendliche angehalten sind, sich dem Tier ruhig zu nähern. Gleichzeit erfahren die Kinder und Jugendlichen oft auch Entspannung und kommen zur Ruhe, wenn sie Tiere beobachten und mit ihnen in Interaktion treten können. Tiere werden nicht nur visuell wahrgenommen, sondern auch taktil, olfaktorisch und auditiv (...)

Auszug aus unserem Konzept zur Tiergestützten Intervention (TGI) mit Tiergestützter Aktivität (TGA) und Tiergestützer Förderung (TGF)

Das gesamte Konzept erhältst Du auf Anfrage unter info@baltic-kids.de bei uns.

Zielsetzung

Bei der Tiergestützten Intervention achten wir darauf, nicht die Probleme und Schwierigkeiten der Kinder und Jugendlichen zu fokussieren, sondern die vorhandenen Ressourcen und Fähigkeiten zu fördern und zu nutzen. Um nachhaltige Wirkungen zu erzielen, werden bei der Durchführung die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen und des Tieres respektiert, der Einsatz der Tiere methodisch nachvollziehbar dokumentiert, sowie nur Ziele erarbeitet, die sich an den Fähigkeiten der Kinder- und Jugendlichen und an denen des Tieres orientieren.

Bei der Durchführung ist es wichtig, den Menschen und das Tier zu motivieren und zu fordern, dabei aber nicht zu überfordern.

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Wirkung des Tieres

Als Übergangsobjekt bildet das Tier eine „Brücke“. Die Kontaktaufnahme und Beziehungsaufbau zu den Mitarbeitenden und Fachkräften wird unterstützt. Des Weiteren wirkt das Tier als Motivator bezogen auf die unterschiedlichen Bereiche, wie körperliche, emotionale, kognitive, soziale und sprachliche Aktivierung.

Klienten die „therapiemüde“ oder „therapieverweigernd“ sind, haben eine große Chance, wieder in diesen Prozess zu gelangen, da sie das Tier nicht als „Therapieprozess“ wahrnehmen, vielmehr handelt es sich hier um selbstbestimmte und sinnstiftende Handlung, die auch noch Spaß macht.

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Zielgruppe

Die Tiergestützte Intervention greift „hand to hand“ mit unserem Traumpädagogischem und Psychotherapeutischem Konzept.

 

Das Angebot gilt insbesondere für:

  • Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf im sozial-emotionalen Bereich, die an Ängsten, Traumata, Bindungsstörungen, Problemen im Sozialverhalten, ADHS etc. leiden

  • Kinder und Jugendliche, die schwere Schicksalsschläge erlebt oder erlitten haben (PTBS)

  • Kinder und Jugendliche, die unter Formen sozialer Ausgrenzung leiden

 

Für Schulverweigerer oder Klienten mit Schulangst, die zunächst nicht die normale Schule besuchen können, entwickeln wir einen strukturierten Tagesplan, der insbesondere die tiergestützte Intervention in den Vormittag integriert (Pflege / Fütterung der Tiere).

 

Je nach Verfassung des Kindes / des Jugendlichen wird im Einzel- oder Gruppensetting gearbeitet.

Dabei kann das Setting folgende Bereiche beinhalten:

  • den direkten Kontakt zum Tier (Berührung, Pflege, Spaziergänge, Trainings, Parcourläufe auf dem hofeigenen Reitplatz)

  • eine wesentliche Rolle dabei spielt auch das „Drum Herum“ (Vorbereiten des Futters, Beobachten des Tiers, Bedürfnisse des Tieres etc.)

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